In einem mutigen Schritt hat das Land Schleswig-Holstein in Deutschland beschlossen, Microsoft-Lösungen durch Open-Source-Software zu ersetzen. Mehr als 40.000 E-Mail-Konten und Hunderte Millionen E-Mails sind von diesem radikalen Übergang betroffen, der einen wichtigen Schritt in Richtung technologische Unabhängigkeit markiert.
Die 3 wichtigsten Informationen
- Schleswig-Holstein hat mehr als 40.000 Microsoft Exchange- und Outlook-Konten auf Open-Xchange und Mozilla Thunderbird migriert.
- Die Bürosoftware LibreOffice ersetzt Microsoft Office, wobei die Einführung bereits 2021 begonnen hat.
- Das Land plant, seine Daten auf Nextcloud zu konsolidieren und erwägt Linux als Alternative zu Windows.
Migration zu Open-Xchange und Thunderbird
Die Verwaltung von Schleswig-Holstein hat die Migration ihrer E-Mail-Dienste abgeschlossen und Microsoft Exchange und Outlook zugunsten von Open-Source-Lösungen aufgegeben. Fast 40.000 Konten und mehr als 100 Millionen E-Mails wurden auf Open-Xchange, eine Web-Kollaborationsplattform, übertragen. Diese Entscheidung wurde durch den Wunsch motiviert, die Daten auf europäischem Gebiet zu behalten und die Anwendungsumgebung besser zu kontrollieren.
Mozilla Thunderbird hat Outlook ersetzt und bietet Kompatibilität mit den Protokollen IMAP und Exchange ActiveSync für die Verwaltung von Nachrichten und Kalendern. Der Umstieg auf Thunderbird erforderte Schulungen für die öffentlichen Bediensteten sowie den Einsatz von Automatisierungsskripten, um den Übergang von alten Ordnern und Kontoeinstellungen zu erleichtern.
Einführung von LibreOffice
Lange bevor sie ihr E-Mail-System änderten, hatten die Behörden von Schleswig-Holstein bereits LibreOffice als Standard-Bürosoftware gewählt. Diese Entscheidung, die darauf abzielt, Microsoft Word, Excel und PowerPoint zu ersetzen, ist Teil einer Strategie zur Umstellung auf Open-Source-Software. LibreOffice bietet eine Benutzeroberfläche, die der von Microsoft Office ähnelt, und unterstützt die Dateiformate OpenDocument und Microsoft Office.
Zukunftsperspektiven: Nextcloud und Linux
Im Rahmen dieses Übergangs plant die deutsche Verwaltung, ihre kollaborativen Daten auf Nextcloud zu konsolidieren, einer Open-Source-Alternative zu SharePoint. Die Idee ist auch, die Einführung von Linux auf Arbeitsplätzen als Ersatz für Windows zu evaluieren. Dieser Ansatz ist Teil einer Strategie zur Reduzierung der Abhängigkeit von proprietären Lösungen, im Einklang mit den Empfehlungen der Europäischen Allianz CADE.
Schleswig-Holstein wird hier nicht haltmachen. Die Behörden planen auch, ihr Verzeichnisdienstsystem von Active Directory auf FOSS-Lösungen umzustellen und ihre Konferenzdienste auf OpenTalk zu migrieren, um ihre technologische Autonomie zu stärken.
Europäischer und französischer Kontext
Auf europäischer Ebene interessieren sich mehrere Gemeinden, insbesondere in Frankreich, für Open-Source-Lösungen. Artikel L123-4-1 des französischen Bildungsgesetzes fördert die Nutzung freier Software in der Hochschulbildung und Forschung. Einige Städte in Auvergne-Rhône-Alpes und Île-de-France haben einen ähnlichen Übergang zu Tools wie LibreOffice und Nextcloud eingeleitet. Laut einer Studie der Open Cloud Coalition stammt jedoch die große Mehrheit der in der Europäischen Union verwendeten Produktivitätssoftware immer noch von Microsoft, was die Notwendigkeit eines umfassenderen Wandels unterstreicht.
Seit seiner Gründung hat sich Mozilla Thunderbird als glaubwürdige Alternative zu herkömmlichen E-Mail-Clients etabliert. Entwickelt von der Mozilla Foundation, hat sich die Software kontinuierlich verbessert, um ein bereicherndes und sicheres Benutzererlebnis zu bieten. Auf der anderen Seite entstand LibreOffice, verwaltet von The Document Foundation, aus dem Wunsch, eine freie und kostenlose Bürosoftware bereitzustellen, die schnell zu einer Referenz für diejenigen wurde, die sich von kostenpflichtigen Microsoft-Lösungen befreien möchten. Diese kollektiven Projekte veranschaulichen die Stärke und Lebensfähigkeit von Open-Source-Software auf lange Sicht.