Studie über Desinformation: Soziale Netzwerke auf dem Prüfstand der Fakten

Eine von der Europäischen Union finanzierte Untersuchung zeigt eine beunruhigende Feststellung: Einer von drei Inhalten auf großen sozialen Plattformen ist irreführend oder toxisch. Diese Studie, durchgeführt von der französischen NGO Science Feedback, hebt die Verbreitung von Desinformation auf Netzwerken wie TikTok, Facebook und X (ehemals Twitter) hervor. Was verbirgt sich hinter diesen alarmierenden Zahlen und welche Konsequenzen hat das?

Die 3 wichtigsten Informationen

  • Nahezu 34% der Inhalte auf TikTok, die den Nutzern angezeigt werden, fallen unter Desinformation.
  • LinkedIn ist die Ausnahme mit nur 2% explizit falschen Inhalten.
  • Gesundheitsthemen weisen die höchste Rate an Fake News auf, mit 43% irreführenden Inhalten.

Eine neuartige europäische Studie

Eine von der Europäischen Union unterstützte Pionierstudie wurde durchgeführt, um den Anteil irreführender Inhalte auf großen sozialen Netzwerken zu bewerten. Die Analyse umfasste 2,6 Millionen Beiträge, die etwa 24 Milliarden Mal angesehen wurden, verteilt auf sechs große Plattformen: Facebook, Instagram, TikTok, X, YouTube und LinkedIn. Die Forscher setzten professionelle Faktenprüfer ein, um eine repräsentative Stichprobe von 500 Inhalten pro Plattform und Land zu untersuchen, und zeigten so den erheblichen Einfluss der Algorithmen auf die Verbreitung falscher oder toxischer Inhalte auf.

TikTok und X: problematische Plattformen

Die Schlussfolgerungen der Studie sind eindeutig: TikTok und X sind besonders problematisch, mit jeweils 34% und 32% der den Nutzern angezeigten Inhalte, die unter Desinformation fallen. TikTok zeichnet sich durch den höchsten Anteil an Beiträgen mit faktisch falschen Informationen aus, der 20% erreicht. Diese Plattformen begünstigen schockierende und kontroverse Inhalte, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu halten, was erhebliche Werbeeinnahmen generiert.

Die am stärksten von Desinformation betroffenen Themen

Der Gesundheitsbereich ist am stärksten von Desinformation betroffen, mit 43% identifizierten irreführenden Inhalten. Internetnutzer sind oft mit Betrügereien, Wundermitteln und Pseudowissenschaften konfrontiert, die ihre Verwundbarkeit ausnutzen. Andere sensible Themen wie der Krieg in der Ukraine, nationale Politiken, das Klima und die Einwanderung werden ebenfalls instrumentalisiert, um emotionale Reaktionen hervorzurufen.

Empfohlene Maßnahmen und Perspektiven

Angesichts dieser besorgniserregenden Situation empfehlen die Forscher, dass die europäischen Behörden die Moderation von Online-Inhalten verstärken, problematische Beiträge demonetarisieren und die Algorithmen überarbeiten, um die Verbreitung falscher Informationen zu bremsen. Die Plattformen berufen sich jedoch oft auf die Meinungsfreiheit, um ihre Zurückhaltung bei einer strengeren Moderation dieser Inhalte zu rechtfertigen, trotz der Verpflichtungen, die durch das Digital Services Act auferlegt werden.

Science Feedback: ein Schlüsselakteur im Kampf gegen Desinformation

Die französische NGO Science Feedback spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Desinformation in sozialen Netzwerken. Durch die Koordination von Studien wie dieser bemüht sich die Organisation, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Plattformen zu ermutigen, ethischere Praktiken zu übernehmen. Gegründet von Wissenschaftlern, verwendet Science Feedback einen faktenbasierten und rigorosen Ansatz, um die Genauigkeit der online zirkulierenden Informationen zu bewerten und so zu einer besseren Information der Nutzer beizutragen.

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